Eine kurze Geschichte des Internet

1957

Start des ersten russischen Weltraumsatelliten Sputnik

1958

In den USA wird ARPA (Advanced Research Projects Agency) als Antwort gegründet: um Forschungsprojekte zu fördern, die den Rückstand der USA gegenüber der Sowjetunion aufholen

1960

ARPA gewinnt Interesse an Forschungsprojekten, welche geeignet sein könnten, militärische Kommandostrukturen über miteinander verbundene Computer zu schaffen und auch unter schwierigen Bedingungen aufrecht zu erhalten

1960 - 1962

Die ersten Arbeiten über paketvermittelnde Datennetze werden veröffentlicht:

  • Paul Baran (Rand Corp.) publiziert Arbeiten im Auftrag der US Air Force.

  • Leonard Kleinrock schreibt am MIT eine Dissertation über paketvermittelnde Datennetze.

1962

J.C.R. Licklider, dem die Arbeiten von Baran und Kleinrock bekannt sind, wird Leiter von ARPA, und forciert Projekte über Computernetze.

1964

Second Conference on Information System Sciene, Hot Springs, Virginia: Computernetze werden von Larry Roberts und J.C.R. Licklider als die herausragende zukünftige Forschungsaufgabe beschrieben.

1966

Am MIT werden unter Leitung von Larry Roberts praktischen Experimente mit größeren Computernetzwerken vom US Department of Defense (DOD) gefördert

1968

ARPA fördert ein Projekt "Resource Sharing Computer Networks". An der University of California (UCLA) wird Leonard Kleinrock beauftragt, den ersten Knoten des im dem Projekt beschriebenen Netzes zu entwickeln.

Anfang 1969

Im Rahmen diese Projektes formiert sich die Network Working Group (NWG)

1.4.1969

Die NWG gibt die ersten Protokollbeschreibungen heraus und nennt sie Requests for Comments (RFC)

30.8.1969

Der erste Knoten wird in Betrieb genommen

Ende 1969

Das erste Netzwerk dieser Art wird zwischen den Universitäten UCLA, UCSB (Univ.of Calif., Santa Barbara), SRI (Standford Research Inst.) und Univ.of Utah betrieben

1970

Das hiermit entstehende Netz wird ARPANET genannt

April 1971

15 Knoten sind am ARPANET angeschlossen.
Der erste Mikroprozessor von Intel (4004).
Telnet und FTP werden entwickelt.
Das französische Projekt CYCLADES wird als Reaktion auf das Arpanet gegründet.

1972

Ray Tomlinson entwickelt das erste E-Mail-Programm.
Oktober: Anlässlich der "First International Conference on Computer Communications", Washington D.C., erfolgt die erste öffentliche und internationale Demonstration des ARPANET. Die Network Working Group (NWG) wird umbenannt in InterNetwork Working Group (INWG); ihr Vorsitzender wird Vinston Cerf.

1973

Das auf Erkenntnissen des CYCLADES-Projekts basierende Transmission Control Protocol (TCP) wird publiziert.
Die ersten Rechner außerhalb der USA (Hawaii, Norwegen, England) schließen sich ans ARPANET an.

1974

"A Protocol for Packet Network Interconnection" beschreibt das Transmission Control Program (TCP).
Der Begriff Internet wird erstmals in einer Spezifikation des TCP verwendet.
Das CYCLADES-Netzwerk ist operationsfähig.

1977

Das ARPANET hat 111 angeschlossene Rechner.
Steve Jobs und Steve Wozniak gründen Apple, Bill Gates und Paul Allen gründen Microsoft.

1978

TCP wird in TCP und IP (Internet Protocol) aufgeteilt.
Das Projekt CYCLADES wird aus politischen Gründen eingestellt.

1979

Unabhängig von den Arbeiten am ARPANET entwickeln die Studenten Tom Truscott, Jim Ellis und Steve Bellovin ein Netzwerk, welches den Nachrichtenaustausch mit einfachen technischen Voraussetzungen über Telefonleitungen ermöglicht. Dabei werden neben E-Mail auch "öffenentliche" Mail (Diskussionsforen) ermöglicht: das System wird Usenet/News genannt.

1981

223 Rechner an Universitäten benutzen Usenet/News. Die ersten Verbindungen zwischen ARPANET und Usenet entstehen über die University of Califonia, Berkeley (UCB).
Der erste IBM PC wird vorgestellt.

1982

11.09.82 - Das spätere EUnet-Projekt der Informatik-Rechner-Betriebsgruppe (IRB) (Fachbereich Informatik, Universität Dortmund) unter Leitung von Dr. Rudolf Peter bietet erste Netzwerkdienste in Deutschland an.

1983

1. Januar - TCP/IP ersetzt das NNetwork Control Program (NCP).
Das Arpanet hat 400 angeschlossene Rechner.

1984

Das Domain name System (DNS) wird entwickelt.
Das Arpanet hat mehr als 1.000 angeschlossene Rechner.
2. August - An der Universität Karlsruhe wird die erste deutsche E-Mail empfangen.

1985

1. Januar - Als erste Domain der Welt wird nordu.net registriert.

1986

November - Von der IANA delegiert wird DE-NIC als Verwaltungsorganisation am Rechenzentrum der Universität Dortmund eingerichtet. Die ersten .de-Domains sind dbp.de, rmi.de, telenet.de, uka.de, uni-dortmund.de und uni-paderborn.de.

1987

Die US-Regierung finanziert den Aufbau eines neuen Backbones für das bisherige ARPANET, das NSFNet (National Science Foundation Net).
Der Begiff "Internet" beginnt sich durchzusetzen.
Das Internet hat 27.000 angeschlossene Rechner.
Das von Steve Wilhite entwickelte GIF-Format wird 1987 von dem US-Online-Dienst CompuServe als Farbformat eingeführt, um das vorher benutzte RLE-Format zu ersetzen, das nur Schwarzweißbilder darstellen konnte. GIF (für Graphics Interchange Format, engl. Grafikaustausch-Format) ist ein Grafikformat mit guter verlustfreier Komprimierung für Bilder mit geringer Farbtiefe (bis zu 256 verschiedene Farben pro Einzelbild). Darüber hinaus können mehrere Einzelbilder in einer Datei abgespeichert werden, die von Webbrowsern als Animationen interpretiert werden.

1988

R. Morris jr. verdeutlicht die Notwendigkeit von mehr Sicherheit im Internet, indem er im November ein Wurmprogramm aussetzt.

1989

Anfang des Jahres werden die ersten deutschen Internetanschlüsse in Betrieb genommen (Projekt EUnet, Dr. Rudolf Peter, Universität Dortmund; Arbeitsgruppe Xlink, Prof. Werner Zorn, Universität Karlsruhe).
Tim Berners-Lee schlägt dem CERN (European Council for Nuclear Research) das World Wide Web vor.
Im März schreibt er die erste Fassung seines Papers "Information Management: A Proposal", den erste Entwurf für die Entwicklung des World Wide Web.

1990

Das militärische ARPAnet wird offiziell außer Betrieb genommen.
Die FTP-Suchmaschine Archie wird von Peter Deutsch, Alan Emtage und Bill Heelan herausgebracht.
November - Tim Berners-Lee und Robert Cailliau veröffentlichen das Konzept für ein weltweites Hypertext-Projekt, das WWW, basierend auf seinen (TBLs) Entwicklungen HTML, URL und HTTP.

1991

Das WWW wird im Europäischen Kernforschungslabor CERN eingesetzt.
Das Dateiformat JPEG für Rastergrafik wird für Bilder im Internet entwickelt, um die Dateigröße von Fotografien und fotorealistische Bilder mit hoher Farbzahl entsprechend stark reduzieren zu können. Heute wird es auch in der digitalen Fotografie eingesetzt. Die Bezeichnung "JPEG" geht auf das Gremium Joint Photographic Experts Group zurück, das die JPEG-Norm entwickelt hat. JPEG ist die gebräuchliche Bezeichnung für die 1992 vorgestellte Norm ISO/IEC 10918-1 bzw. CCITT Recommendation T.81, die verschiedene Methoden der Bildkompression beschreibt.

1992

Die ersten MBone-Multicast Sitzungen (Audio/Video) finden im Netz statt.
Die Internet Society (ISOC) wird gegründet.
Dezember - Das ehemalige Forschungsprojekt EUnet, Netzwerkvorreiter in Deutschland, wird privatisiert. Mit der EUnet Deutschland GmbH entsteht unter dem Slogan "Connecting Europe since 1982" der erste kommerzielle Internet-Provider Deutschlands in Dortmund. EUnet wird später an UUnet verkauft.

Studenten und Mitarbeiter des National Center for Supercomputing Applications (NCSA) der Universität von Illinois entwickeln ein grafisches User-Interface mit dem namen NCSA Mosaic zur Navigation im Internet - der erste Browser.

1993

WWW-Software wird außerhalb des CERN eingesetzt.
Ein Jahr nach EUnet wird auch Xlink privatisiert. Es entsteht damit der zweite Internet-Provider in Deutschland.
Mai - Die IRB Dortmund richtet mit ihrem Webauftritt einen der ersten öffentlichen Webserver in Deutschland ein. Deutschlandweit gibt es zu dieser Zeit weniger als 15 Webserver.
August - Der Interessenverbund DENIC wird als zentraler Registrar für .de-Domains gegründet.
Oktober - Es gibt etwa 500 Webserver weltweit.
1993 wird der erste Tablet-PC, das Newton MessagePad von Apple vorgestellt, das allerdings keine große Marktbedeutung erringen konnte. Die als Personal Digital Assistant (PDA) bezeichneten Geräte waren zu Beginn der Entwicklung aufgrund der technischen Möglichkeiten und des fehlenden breitbandigen mobilen Internetzugangs hauptsächlich auf Kalender-, Adress- und Aufgabenverwaltung beschränkt.

1994

Jim Clark und Marc Andreessen gründen Netscape Communications und bringen ihren ersten Browser Netscape Navigator auf den Markt.
Die Zahl der kommerziellen Nutzer übersteigt die der wissenschaftlichen Teilnehmer (siehe auch Ewiger September) – 3.000.000 Hosts.

1995

Aus einer Knappheit an IP-Adressen wird begonnen, am IPv6-Protokoll zu arbeiten.
Sun stellt Java als Programmiersprache zur Entwicklung systemunabhängiger Applikationen vor, das erste Java-Applet ist der "Duke".
WWW überholt FTP als Service mit dem höchsten Datenaufkommen.
Prodigy, AOL, und CompuServe bieten ihren Kunden Internetzugang.
Im April 1995 wird die erste öffentliche Suchmaschine, eigentlich ein in Kategorien und Unterkategorien gegliederter Such-Katalog namens Yahoo (Yet Another Hierarchical Officious Oracle), ursprünglich ein Projekt aus der Studienzeit von David Filo und Jerry Yang an der Stanford University, als eigenständiges Unternehmen gegründet.
Im September 1995 gründet Pierre Omidyar in San José (Kalifornien) das Internet-Auktionshaus auctionweb. Daraus entsteht später Ebay Inc.
Microsoft entwickelte die erste Version des Internet Explorer, ähnlich dem Netscape Navigator, aus dem NCSA Mosaic, aufbauend auf einem Lizenzvertrag der Firma Spyglass.

1996

Ab 1996 werden Services wie Xanga eingerichtet, die Internetnutzern auf einfache Weise das Erstellen eines eigenen Weblogs ermöglichen. Sie werden zunächst Online-Tagebücher genannt, Webseiten, auf denen Internetnutzer periodisch Einträge über ihr eigenes Leben machen. Die ersten Deutschsprachigen Weblogs sind Robert Brauns Weblog, Moving Target und die Cybertagebücher.
Der Begriff Weblog tauchte 1997 erstmals auf der Website von Jorn Barger auf, die Abkürzung "Blog" im Jahr 1999, dem Jahr, in dem allgemein der Boom dieser Art von Webseiten beginnt.
1. Oktober: Die erste richtige PNG-Spezifikation (Version 1.0) von Thomas Boutell und Tom Lane wird offizielle W3C-Empfehlung. Am 14. Oktober 1996 erhält PNG von der IANA den MIME-Typ image/png zugewiesen. Am 15. Januar 1997 wird PNG von der IETF als RFC 2083 verabschiedet. Am 31. Dezember 1998 erscheint die von Adam Costello und Glenn Randers-Pehrson überarbeitete PNG-Spezifikation Version 1.1. Am 11. August 1999 veröffentlicht Glenn Randers-Pehrson schließlich die bisher letzte Version 1.2. Portable Network Graphics (PNG, engl. portable Netzwerkgrafiken) ist ein Grafikformat für Rastergrafiken mit verlustfreier Bildkompression. Es wurde als freier Ersatz für das ältere, bis zum Jahr 2004 mit Patentforderungen belastete Format GIF entworfen und ist weniger komplex als TIFF. PNG unterstützt neben unterschiedlichen Farbtiefen auch Transparenz per Alphakanal.

Anfang 1997

Der noch immer eingesetzte HTML-Standard 4.0 (19.12.97) wird vom W3 Konsortium verabschiedet. Das Internet hat 6.000.000 angeschlossene Rechner.
Das Projekt "Abilene" für ein Internet2 wird gestartet.

1998

Network Solutions registriert seine 2-Millionste Domain.
Beim US Postal Service können Briefmarken heruntergeladen und ausgedruckt werden.
Die MP3-Befürworter organisieren sich: Fünf Firmen, darunter GoodNoise , MusicMatch , Xing Technology , MP3.COM und Diamond Multimedia , haben sich zur MP3 Association zusammengeschlossen, um die Weiterentwicklung und Akzeptanz des MP3 (MPEG 1 bzw. MPEG 2, Layer 3) Audiokompressions-Standards zu fördern.
Das Oberlandesgericht Karlsruhe entscheidet, dass Internetadressen in Deutschland Markenschutz genießen.
7. September 1998: Die Suchmaschine Google steht in der Beta-Version im Netz. Die Bezeichnung Google basiert auf einem Wortspiel (manche Quellen sprechen auch von einem Rechtschreibfehler) mit der amerikanischen Aussprache des Wortes googol. Milton Sirotta, der Neffe des US-amerikanischen Mathematikers Edward Kasner, hatte den Ausdruck im Jahr 1938 erfunden, um der Zahl mit einer Eins und hundert Nullen (10100) einen Namen zu geben.

Die Gründer von Google Inc. wiederum suchten eine treffende Bezeichnung für die Fülle an Informationen, die ihre Suchmaschine im Web finden sollte.
Oktober - Die Internet Corporation for Assigned names and Numbers (ICANN) wird gegründet.
Im Dezember 1998 wird IPv6 mit der Publikation von RFC 2460 auf dem Standards Track offiziell zum Nachfolger von IPv4 erklärt.

1999

Das ICANN (Internet Corporation for Assigned names and Numbers) benennt fünf Firmen, die in Zukunft als Registraturen für Domain-namen im Internet fungieren können. Nach einer Testphase sollen 29 weitere Firmen als Registrierungsstellen für Domain-namen benannt werden.
Der 'US State Court' entscheidet, das Domain-namen als Gut gepfändet werden können.
Im Oktober steigt die Zahl deutscher Domains nach Angaben der DENIC (Domain Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft eG) über eine Million.
Nokia stellt auf dem GSM World Congress in Cannes das erste Internet-Handy der Welt vor. Das Dualband-Handy Nokia 7110 basiert auf dem Wireless Application Protocol (WAP) im Mobile Media Mode (WWW:MMM) und soll so einfachen Zugang zu Internet-Inhalten bieten.

2000

Seit dem 26.01.2000 existiert XHTML als neuer Co-Standard neben HTML 4.01. XHTML soll die Verknüpfung von HTML mit anderen Webplattformen und Darstellungsweisen über XML vereinfachen.
Die ICANN entscheidet sich für die neuen Top Level Domains .biz, .info, .name, .pro, .museum, .aero und .coop.
Gegen große Webseiten wie Yahoo, Amazon und eBay wird ein massiver Service-Anschlag gestartet.
Die von NEC-RI und Inktomi ermittelte Größe des WEB übersteigt 1 Mrd. indizierbare Webseiten.
Das Online-Bezahlsystem PayPal entsteht aus dem Zusammenschluss von Confinity und X.com im März 2000.

2001

Microsoft hat auf der CES in Las Vegas das Microsoft-Car.NET-System vorgestellt, das eine Infrastruktur für Internetzugriff im Auto darstellt.
Das Kaffeehaus StarBucks will in Zusammenarbeit mit Microsoft in allen Filialen in den USA seinen Kunden einen drahtlosen, breitbandigen Internet-Zugang für mobile Endgeräte wie Notebooks, Organizer und SmartPhones anbieten. Die technische Grundlage dazu bieten sogenannte WLANS (Wireless Local Area Networks).
Unter dem Begriff Surfpad wurde im Jahr 2001 das SIMpad, ein von Siemens in der Schweiz auf den Markt eingeführter Microsoft Tablet-PC, vermarktet. In Deutschland eingeführt wurde dieses Gerät von der Telekom unter dem Namen T-Sinus Pad. Der Name wurde gewählt, um sich von mobilen Internetgeräten ohne bzw. mit eingeschränkter Multimediafähigkeit, z. B. Mobiltelefonen mit WAP-Unterstützung, abzugrenzen. Das Booten des Betriebssystems endet in einem Webbrowser und lädt schon während des Systemstarts benutzerspezifische Webinhalte in die für das Surfen im Internet angepasste Benutzeroberfläche.
.info ist eine generische Top-Level-Domain (gTLD), die von Afilias betrieben wird und am 26. Juni 2001 eingeführt wurde. Sie ist primär als Alternative zu .com und .net gedacht, da dort viele attraktive und kurze Adressen bereits vergeben sind. Die Abkürzung info nimmt Bezug auf den Begriff Information (engl. information).
.name ist eine generische Top-Level-Domain (gTLD), die am 17. August 2001 eingeführt wurde. Sie ist primär für die Verwendung durch Privatpersonen gedacht. Für die Verwaltung und den technischen Betrieb ist Verisign zuständig.
.museum ist eine generische Top-Level-Domain (gTLD), die am 20. Oktober 2001 eingeführt wurde. Sie geht auf einen Beschluss der ICANN aus dem Jahr 2000 zurück und richtet sich primär an Museen. Sie wird vom gemeinnützigen Verein Museum Domain Management mit Sitz im schwedischen Stockholm organisatorisch und technisch verwaltet.
Am 21. Dezember 2001 wird die generische Top-Level-Domain .aero als erste branchenspezifische Domain überhaupt eingeführt. Sie wird von der Société Internationale de Télécommunication Aéronautique (kurz SITA) betrieben.

2002

September 2002 erscheint die erste Entwicklerversion des Browsers Mozilla Firefox. Sie bietet als erste gleichzeitige Darstellung von mehreren Internet-Dokumenten in einem Anwendungsfenster (Tabbed Browsing) sowie eine anpassbare Symbolleiste und eine Schnellsuche.
Ben Hammersley erfindet den Begriff "Podcast". Podcasting bezeichnet das Produzieren und Anbieten von Mediendateien (Audio oder Video) über das Internet. Erste Podcasts entstehen bereits im Jahr 2000.

2003

Nach einigen Jahren der Überlegung benennt die Europäische Kommission EURid im Mai 2003 als ausführendes Organ der Registrierung der .eu-Top-Level-Domain.
Die erste Version von Skype in der 0.9er Reihe erscheint am 29. August 2003 und wird ca. 1 Jahr als öffentliche Beta-Version weiterentwickelt, bis am 27. Juli 2004 die "Final Version 1.0" freigegeben wird. Skype ist eine unentgeltlich erhältliche VoIP-Software mit Instant Messaging-Funktion, Dateiübertragung und Videotelefonie, die ein proprietäres Protokoll verwendet. Sie ermöglicht das kostenlose Telefonieren via Internet von Computer zu Computer sowie das gebührenpflichtige Telefonieren ins Festnetz und zu Mobiltelefonen (SkypeOut).
Im Juli 2003 gründet Tom Anderson die Community MySpace unter der gleichen Internetadresse. (Ursprünglich war MySpace.com ein Anbieter für kostenlose Datenspeicherung im Internet.)
MySpace (von englisch "my space", "mein Raum/Platz") ist eine mehrsprachige Website, die sich über Werbung finanziert und den Nutzern ermöglicht, kostenlose Benutzerprofile mit Fotos, Videos, Blogs, Gruppen usw. einzurichten. MySpace wird als der bekannteste Vertreter eines als Website realisierten Sozialen Netzwerks (Web 2.0) angesehen. In den USA gilt MySpace – im Gegensatz zum eher arbeitsnetzwerkorientierten Facebook – als das soziale Netzwerk für Privates und Freizeit.
Ende 2003 startet der Entwickler Joshua Schachter einen Dienst unter dem namen del.icio.us. Dieser Dienst gilt als Pionier der Social-Bookmarking-Anwendungen. Er ermöglicht es Benutzern, persönliche Lesezeichen anzulegen und mit Schlagwörtern oder Tags zu versehen. Diese persönlichen Sammlungen sind im Allgemeinen öffentlich sichtbar.
Social Bookmarks (selten auch in der übersetzten Form: "Soziale Lesezeichen") sind Internet-Lesezeichen, die in einem Netz (Internet oder Intranet) mit Hilfe einer Browser-Oberfläche von verschiedenen Benutzern durch Gemeinschaftliches Indexieren erschlossen werden. Sogenannte Social-Bookmark-Netzwerke können neben dem Sammeln von Links und Nachrichtenmeldungen auch zum Sammeln von Podcasts oder Videos konzipiert sein. Zu den deutschen Vertretern gehören unter anderem Mister Wong und YiGG.

2004

1. März - Die Registrierung von .de- und .ch-Domains mit Umlauten wird zugelassen.
Ein erster Vorschlag für HTML 5 wird Mitte 2004 von der WHATWG unter dem namen Web Applications 1.0 veröffentlicht.
Das soziale Netzwerk Facebook ("Gesichtsbuch" - Jahrbuch mancher amerikanischer Schulen und Universitäten) wird am 4. Februar 2004 von Dustin Moskovitz, Chris Hughes, Eduardo Saverin und Mark Zuckerberg veröffentlicht. Inzwischen zählt es mehr als eine Milliarde Mitglieder. Facebook gehört nach unterschiedlichen Statistiken zu den fünf am häufigsten besuchten Websites der Welt, in Deutschland liegt es auf dem zweiten Rang hinter Google.
Im November 2004 erscheint die erste offizielle Version 1.0 des Firefox unter dem Codenamen "Phoenix".
Ca. 285.000.000 Computer sind an das Internet angeschlossen.

2005

März 2005 wird die Top-Level-Domain .eu dem Internet Domain name System hinzugefügt. Im Dezember 2005 startet die Sunrise-Periode für die Voranmeldung von Domainnamen mit dieser Topleveldomain für Eigentümer bereits vergebener Domainnamen.
Am 15. Februar 2005 wird Youtube gegründet, ein Videoportal mit Sitz in San Bruno, Kalifornien, auf dem die Benutzer kostenlos Video-Clips ansehen und hochladen können.
Im Sommer 2005 kauft Google das im Herbst 2003 von Andy Rubin gegründete Unternehmen Android, von dem nur wenig mehr bekannt war, als dass es Software für Mobiltelefone entwickelte und vorrangig standortbezogene Dienste behandelte. Ursprünglich war Android ausschließlich zur Steuerung von Digitalkameras gedacht.
Die neuen generischen Topleveldomains .jobs, .mobi, und .travel können registriert werden.

2006

Am 27. Januar 2006 kündigte Tim Berners-Lee, der Gründer und Vorsitzende des World Wide Web Consortiums, eine neue Arbeitsgruppe mit dem Ziel der Weiterentwicklung von HTML an. Das W3C nutzte als Grundlage für seine Arbeit an HTML5 einen Fork der Version der WHATWG.
Im März 2006 wird Twitter als ein Forschungs- und Entwicklungs-Projekt innerhalb der San Franciscoer Podcasting-Firma Odeo von deren Mitarbeitern Jack Dorsey, Biz Stone und Evan Williams gegründet. Twitter ist ein soziales Netzwerk und ein Mikro-Blogging-Dienst. Angemeldete Benutzer können Text-Nachrichten mit maximal 140 Zeichen senden und die Nachrichten anderer Benutzer empfangen. Die Nachrichten werden "Updates" oder "Tweets" (engl. to tweet, deutsch zwitschern) genannt.
2006 beginnt in Deutschland die VDSL-Ära, die über das von der Telekom (teilweise) neu errichtete Glasfaser-Netz realisiert wird. Zunächst gibt es die schnellen Anschlüsse mit bis zu 50 MBit/s im Downstream aber ausschließlich in Kombination mit dem IPTV-Angebot Entertain zu relativ hohen Preisen und auch nur in zehn Städten.
Im April beginnt die freie, öffentliche Registrierung von Domainnamen mit der TLD .eu.
Am 9.Oktober 2006 gibt Google die Übernahme von YouTube bekannt.
Mittlerweile sind ca. 10 Milliarden (10.000.000.000) Seiten von Google indexiert.

2007

Im Mai 2007 entschieden die Mitglieder der HTML-Arbeitsgruppe in einer Abstimmung, dass der Web-Applications-1.0-Entwurf der WHATWG als Startpunkt zur Diskussion und Weiterentwicklung von HTML verwendet werden soll. Seitdem entwickeln das W3C und die WHATWG gemeinsam an der HTML5-Spezifikation.
Die Spam-Quote bei E-Mails erreicht 90 Prozent.
Das iPhone, ein von Apple entwickeltes Smartphone erscheint zuerst in den USA und später im Jahr auch in Europa und Asien auf dem Markt. Es vereint die Funktionen eines Breitbild-Video-iPod-Medienspielers mit denen eines Mobiltelefons mit Digitalkamera und Internetzugang.
Am 5. November 2007 gibt Google bekannt, gemeinsam mit 33 anderen Mitgliedern der Open Handset Alliance ein Mobiltelefon-Betriebssystem namens Android zu entwickeln
Im September 2007 haben 18 Millionen deutsche Haushalte einen DSL-Anschluss.

2008

22. Januar 2008: Das W3C veröffentlicht den ersten Working Draft (Arbeitsentwurf) zu HTML 5.
Die Weiterentwicklung des ersten, einst marktführenden Internet-Browsers Netscape Navigator wird endgültig eingestellt. Das Projekt lebt weiter in den Browsern Mozilla Firefox, Flock, Seamonkey und anderen.
Frankreich ist mit 8,5 Millionen IP-TV Kunden im Vergleich zu 6 Millionen Kunden für Kabelfernsehen der größte europäische IP-TV Markt. Mit IPTV (Internet Protocol Television; deutsch: Internet-Protokoll-Fernsehen) wird die digitale Übertragung von breitbandigen Anwendungen, wie Fernsehprogrammen und Filmen, über ein digitales Datennetz bezeichnet.
Seit dem 21. Oktober 2008 ist das Mobiltelefon-Betriebssystem Android offiziell verfügbar. Als erstes Gerät mit Android als Betriebssystem kam am 22. Oktober 2008 das HTC Dream unter dem Namen T-Mobile G1 in den Vereinigten Staaten auf den Markt. Dass bereits dieses erste Gerät auf das Global Positioning System zugreifen konnte und mit Bewegungssensoren ausgestattet war, gehörte zum Konzept von Android. Inzwischen gibt es eine große Anzahl unterschiedlicher Geräte von diversen Herstellern, auf denen Android vorinstalliert ist.

2009

Die generische TLD .tel kann registriert werden.
VDSL steht nun in Deutschland in 50 Städten zur Verfügung.
30. Juni 2009: die neue Version des Browsers Mozilla Firefox 3.5 unterstützt HTML 5 weitestgehend.
27. Oktober 2009: die WHATWG ruft für HTML5 den Status „Last Call“ aus. Der Status „Last Call“ bedeutet, dass HTML5 faktisch bereits einen fertigen Zustand angenommen hat, welcher mit einem Release Candidate vergleichbar ist. In vielen Browsern ist HTML5 bereits (wenn auch unvollständig) implementiert. Auch das W3C spricht eine Empfehlung zum Einsatz von HTML5  aus, lässt sich aber noch Zeit, seinerseits den Status "Last Call" zu vergeben.

2010

Das erste Gerät der Gattung Tablet-PC, welches in größeren Stückzahlen verkauft wird, ist das 2010 vorgestellte Apple iPad, das unter iOS läuft. Seither wurden weitere Geräte mit den Betriebssystemen Android, Microsoft Windows, HP webOS, MeeGo und QNX vorgestellt; kommerziell erfolgreich sind bis Ende 2012 vorwiegend Android-Geräte von Amazon (Kindle Fire, Kindle Fire HD), Google (Nexus 7) und Samsung (diverse Samsung-Galaxy-Tab-Modelle) sowie das Apple iPad und die neueren leistungsfähigeren wie auch teureren Tablet-PCs mit Windows 8 und X86-CPU.
17.Dezember 2010: Dropbox wird offiziell in der ersten stabilen Version 1.0 veröffentlicht. Dropbox (engl. to drop = fallen lassen, also salopp übersetzt: Kiste zum Reinschmeißen von Sachen) ist eine 2007 von den beiden Studenten Drew Houston und Arash Ferdowsi aus San Francisco eingeführte Internet-Dienstleistung, die Daten von einem PC oder Smartphone auf einem entfernten Rechnersystem speichert. Das Unternehmen, Dropbox Inc., nutzt für diesen Filehosting oder auch Cloud-Storage genannten Dienst, für den Anwender nicht erkennbar, die Massenspeicher von Amazon. Hat man eine Datei zur Dropbox hochgeladen, kann man sie von jedem ans Internet angeschlossenen Computer, Tablet oder Smartphone mit Hilfe einer kostenlosen App abrufen. Dropbox basiert auf einem Freemium-Modell, bei dem die wichtigsten Funktionen kostenlos sind und Nutzer nur für Erweiterungen bezahlen müssen.

2011

15. März 2011: der Internet Explorer 9 wird für Windows Vista und Windows 7 veröffentlicht, aber nicht mehr für Windows XP. Der Browser unterstützt mit Einschränkungen die Webstandards wie CSS3 und auch HTML5.
Im Mai 2011 erhält HTML5 auch beim W3C den Status „Last Call“, welcher als letzte Aufforderung dienen soll, Kommentare zum HTML5-Entwurf einzureichen.
In den meisten Browsern ist HTML5 bereits weitestgehend implementiert. Sofern alle gängigen Browser die entsprechenden Funktionen unterstützen, können Webentwickler Teile von HTML5 also bereits zu diesem Zeitpunkt (gegebenenfalls mit einem Fallback) einsetzen.

2013

27. Juni 2013: Microsoft veröffentlicht die neue Browser-Version Internet Explorer 11, integriert in das Betriebssystem Windows 8.1, seit 6. November 2013 über das Microsoft Download Center auch für Windows 7 und Windows Server 2008 R2 erhältlich; letzte Version mit Unterstützung für Windows 7.

2014

28. Oktober 2014: das W3C erklärt HTML5 zur W3C Candidate Recommendation. Dies ist der letzte Schritt vor der Erklärung zum gültigen Standard. Alle aktuellen Browser unterstützen nun bereits HTML5 und CSS3, allerdings noch nicht in vollem Umfang für alle der geplanten Neuerungen.

2015

29. Juli 2015: Microsoft veröffentlicht das Betriebssystem Windows 10, als Nachfolger von Windows 8.1. Das neue Betriebssystem enthält auch einen neuen Browser namens Edge.
2. Oktober 2015: das Unternehmen Google Inc. wird von seinen Gründern in eine neu geschaffene Dachgesellschaft unter dem Namen Alphabet Inc. eingegliedert und ist nun in dieser Dachgesellschaft Teil des Unternehmens, das nun unter anderem aus den Tochterfirmen Google Inc., Calico, Nest Labs, Google X, Google Fiber, Google Capital und Google Ventures besteht. Aus dem Wahlspruch "Don´t be evil!" wird "Do the right thing!".

(Ursprüngliche Quelle: http://www.dfn-expo.de/Infrastruktur/
weitere Informationen/Quellen: [Internet],
www.zakon.org/robert/internet/timeline/
Webseite zur Geschichte von Yahoo (Englisch)
Webseite zur Geschichte von Google (Englisch)
Wikipedia/die unter den Stichworten verlinkten Seiten
Wesentlich: die "Chronologie des Internets" auf Wikipedia.de)

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